Wertorientierten Steuerungssystemen fehlt häufig eine klare Fundierung ihrer Kapitalkostensätze. Die Informationen des Risikomanagements finden oft keinen
systematischen Einfluss in wichtige unternehmerische Entscheidungen. Naheliegenderweise müssten die risikoabhängigen Kapitalkostensätze
(WACC) vom tatsächlichen Risikoumfang eines Unternehmens abhängig sein. Genau diese Informationen sollte jedoch das Risikomanagement bereitstellen. Der bisher anzutreffende "Umweg" bei der Bestimmung der Kapitalkostensätze ist wenig überzeugend. Unter dieser vielfältigen theoretischen und empirischen Kritik an dem Capital-Asset-Pricing-Modell (CAPM) oder ähnlichen Modellen zur Herleitung von Kapitalkostensätzen sticht besonders
die Annahme heraus, dass alle Kapitalmarktakteure die Risikosituation des Unternehmens genau so gut einschätzen können, wie die Unternehmensführung
selbst. Diese Annahme ist sicherlich wenig haltbar - wie die aktuelle Finanzkrise beweist.
Dr. Frank Leibbrand, Partner der FutureValue Group AG sowie Geschäftsführer des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung und Wirtschaftsberatung, setzt sich in seinem Vortrag mit den Kapitalkostensätzen als Schwachpunkt im wertorientierten Management auseinander. Seine Forschungs- und Tätigkeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Insolvenzforschung, Risikomessung und -aggregation, stochastische Unternehmensplanung, Rating, Portfoliosteuerung sowie der Weiterentwicklung von Methoden zur Modellierung von Unternehmen. Er nimmt Lehraufträge in Volkswirtschaftslehre und Rating an verschiedenen Hochschulen wahr.
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